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Diode

Diode – Funktionsweise und Grundlagen

Dioden sind passive elektronische Bauelemente, die elektrischen Strom bevorzugt in eine Richtung leiten und ihn in der entgegengesetzten Richtung weitgehend sperren. Dieses Verhalten wird als Gleichrichterwirkung bezeichnet.

Aufbau und p-n-Übergang

Eine klassische Halbleiterdiode besteht aus zwei unterschiedlich dotierten Bereichen:

  • p-Halbleiter: enthält einen Überschuss an „Löchern“ (fehlende Elektronen), die sich wie positive Ladungsträger verhalten
  • n-Halbleiter: enthält überschüssige freie Elektronen als negative Ladungsträger

An der Grenzfläche dieser beiden Materialien entsteht der p-n-Übergang. Dort rekombinieren Elektronen und Löcher, wodurch sich eine Verarmungszone (Sperrschicht) mit einem internen elektrischen Feld bildet. Dieses Feld ist entscheidend für das Richtungs­verhalten der Diode.

Durchlass- und Sperrbetrieb

  • Durchlassrichtung (Vorwärtsbetrieb)
    Wird eine positive Spannung an der Anode (p-Seite) und eine negative Spannung an der Kathode (n-Seite) angelegt, wird die Sperrschicht verkleinert. Ab einer bestimmten Vorwärtsspannung beginnt Strom zu fließen.
    • Siliziumdiode: ca. 0,7 V
    • Germaniumdiode: ca. 0,3 V
  • Sperrrichtung (Rückwärtsbetrieb)
    Bei umgekehrter Polung vergrößert sich die Sperrschicht, und die Diode blockiert den Stromfluss nahezu vollständig.
    Wird jedoch die maximal zulässige Sperrspannung überschritten, kommt es zum Durchbruch. Dieser kann:
    • unerwünscht und zerstörerisch sein (bei normalen Dioden)
    • gezielt genutzt werden (z. B. bei Zener-Dioden)

Halbleitermaterialien und Bandmodell

Typische Halbleitermaterialien für Dioden sind:

  • Silizium (Si) – Standardmaterial für die meisten Anwendungen
  • Germanium (Ge) – niedrige Vorwärtsspannung, heute eher selten
  • Galliumarsenid (GaAs) – vor allem in Hochfrequenz- und Optoelektronik

Im Bandmodell unterscheidet man:

  • Valenzband: Elektronen sind an Atome gebunden
  • Leitungsband: Elektronen können sich frei bewegen und Strom transportieren

Die Bandlücke ist die Energie, die ein Elektron benötigt, um vom Valenzband ins Leitungsband zu wechseln.

  • Leiter: praktisch keine Bandlücke
  • Halbleiter: kleine Bandlücke (typisch ~1 eV)
  • Isolatoren: große Bandlücke

Die Größe der Bandlücke bestimmt maßgeblich die elektrischen und optischen Eigenschaften des Materials.


Wichtige Diodentypen und Anwendungen

  • Siliziumdiode
    Universell einsetzbar, z. B. zur Gleichrichtung von Wechselspannung
  • Zener-Diode
    Wird gezielt im Durchbruchbetrieb verwendet, um Spannungen zu stabilisieren oder zu begrenzen
  • Schottky-Diode
    Sehr niedrige Vorwärtsspannung (≈ 0,2–0,4 V) und schnelle Schaltzeiten
    Ideal für Schaltnetzteile und Hochfrequenzanwendungen
  • Fotodiode
    Wandelt Licht in elektrischen Strom um (Sensoren, Lichtschranken)
  • LED (Leuchtdiode)
    Sendet Licht aus, wenn Strom in Durchlassrichtung fließt
    Die Lichtfarbe hängt von der Bandlücke des Halbleitermaterials ab

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